Who is it?

Vor fast genau einem Jahr bin ich ein Inhouse SEO geworden und wollte ein paar Gedanken dazu äußern und meine Eindrücke mitteilen. In vielen Blogposts aus der Vergangenheit kennt man den Ruf eines Inhouse SEOs: Er ist  nur ein kleiner Teil des Unternehmens, der abhängig von den Unternehmensstrukturen ist. Inhouse SEOs sind eher Projektmanager und Generalisten – meistens werden Sie auch in anderen Bereichen des Online Marketings eingesetzt, denn wenn man SEO kann, dann kann man auch alles andere. Ein Inhouse-SEO benötigt meistens viel Budget, das nicht immer da ist. Das sind nur ein paar Kriterien, die die Stellung eines Inhouse SEOs beschreiben. Aber man darf die Tätigkeit deren keinesfalls unterschätzen: Inhouse SEOs können im Unternehmen viel bewegen.

Bloody beginning

Die Schwierigkeit beim Antritt einer Stelle als SEO ist die Tatsache, dass man die Strukturen und  Zusammenhänge des Unternehmens nicht kennt. Das ist die größte Hürde am Anfang zu erkennen, wer das sagen hat und wer nur so tut. Im Idealfall ist man ein Teil eines Team (Performance Marketing, Online Marketing), das bereits Erfahrungen damit hat und nützlichen Tipps geben kann.

Oft ist man jedoch auf sich allein gestellt, weil man doch erst Online-Marketing im Unternehmen aufbauen muss. Hier gilt: je schneller  man sich in das Team integriert, desto schneller kann man Erfolge verbuchen und seine Meinung einbringen. Es fällt jedoch nicht jedem leicht, deshalb könnte die „Einarbeitungs und Kennenlernphase“ schon etwas länger dauern.

Company

Hat man nun die Zusammenhänge einigermaßen verstanden, beginnt die eigentliche Arbeit. Ein Inhouse-SEO bringt von vorn herein sehr viele neue, kreative und frische Ideen. Nicht wundern, wenn die anderen Abteilungen erstmal die Bremsen ziehen. Nach dem Motto: „Jetzt kommt wieder ein Neuer und will mal wieder etwas verändern. Dabei haben wir das schon immer so gemacht…“ Aber wenn man sich in die Lage der langjährigen Entwickler oder Abteilungsleiter versetzt, kann man das durchaus verstehen. Die sind im Vorteil, die haben die Erfahrung, die man als Einsteiger nicht hat. Hier hilft eine smarte Vorgehensweise und Überzeugungskraft. Wer als Inhouse-SEO keine verkäuferischen Talente hat, ist definitiv falsch.

Grundsätzlich gibt es im jedem Unternehmen die absoluten SEO-Gegner. Da kommen die Aussagen wie „Ihr bringt uns kein Geld!“ oder „Was soll daran toll sein, dass die einen Link zu uns gesetzt haben?“. Auch hier sollte man von vorn herein souverän auftreten. Was meistens hilft: Alles was man tut in € umrechnen!

Be competetive

In jedem Marketing-Leitfaden findet man einen Spruch „Sei konkurrenzfähig!“. Ganz wichtig für den Inhouse-Tätigkeit. Egal ob es die Mitbewerber sind, die man ständig beobachten sollte oder die „interne Konkurrenz“, die sich ab und an  quer stellt und gute Projekte verhindert.

Tools & Money

Viele Inhouse-SEOs, die ich kennengelernt habe, haben mir oft ihren Leid geklagt, dass ihr Online-Marketing Budget zu klein sei oder so gut wie gar nicht vorhanden ist. Und wenn etwas da ist, dann geht das Budget direkt in die SEA Maßnahmen. Klar, bei SEA lässt der Erfolg sich viel leichter messen.

Dagegen hat  SEO immer etwas  von Orakeln und Bauchgefühlen. Auswertungen sind enorm schwierig, da sehr viele Faktoren eine Rolle spielen. Für jeden Inhouse-SEOs sind die Tools jedoch unabdingbar. Egal für welches SEO-Tool man sich entscheidet, wichtig ist die kritischen Faktoren zu monitoren und über die Ursache-Wirkung nachzudenken.

Networking

Vielen Unternehmen, die gerade einen Inhouse SEO eingestellt haben, ist es zunächst überhaupt nicht bewusst, warum gerade Networking ein wichtiger Teil der SEO-Tätigkeit  ist. Der Erfahrungsaustausch zwischen anderen SEOs ist ein sehr wichtiger Bestandteil und MUSS von den Unternehmen unterstützt werden. Wenn der SEO sagt: „Ich muss nicht unbedingt auf die Messe, aber auf die Party danach!“ dann wird der Chef die Augen rollen. Das kann auch schon mal ein negatives Licht auf einen werfen.

Daher auch hier: Smart sein und erklären, weshalb dies so wichtig ist.  Und nach der ersten Veranstaltung sofort Feedback geben und mögliche Kontakte präsentieren (bsp. Visitenkarten) und Gelerntes mitteilen. Schnell wird erkannt, der SEO knüpft wichtige Kontakte! Es kommt aber trotzdem vor, dass man trotz allen Bemühungen zuhause bleiben muss. An dieser Stelle einfach nicht sehr teuere Konferenz heraussuchen, selbst bezahlen, hingehen. Das macht schlechtes Gewissen…

Consulting vs. Inhouse

Oft ist der Vergleich zwischen Inhouse und Agentur recht einfach. Consultant – arbeitet von Früh bis Spät. Inhouse – nine-to-five-Job. Irgendwo stimmt es auch. Man steht nicht permanent unter Druck und kann Sachen auch länger liegen lassen, z.B. wenn die Ressourcen in der Entwicklung gerade knapp sind. Da sind einem die Hände gebunden. Aber meist heißt es nicht gleich, Füße hoch und entspannen. Ein Inhouse SEO hat meist unendlich viele Projekte, die auch niemals abgeschlossen werden können.

In der Agentur betreut ein Consultant einen Kunden für eine begrenzte Zeit – Inhouse SEO betreut sein Portal immerwährend. Sowohl in der Agentur als auch als Inhouse SEO hat man Vorteile. Was bei den Consultants von Vorteil ist, dass sie ihr Know-how permanent erweitern. Beim Inhouse-Job besteht die Gefahr – sich im Kreis zu drehen und nichts dazu zu lernen. Dann benötigt man Hilfe von Agenturen: da trifft man sich dann.

Fazit

Ein Inhouse SEO hat sehr spannende und vielfältige Tätigkeiten, oft auch in anderen Gebieten und kann somit sein Wissen auf dem Online-Marketing Gebiet gut ausbauen. Oft vermisst man jedoch die Vielfältigkeit der Webseiten der Kunden einer Agentur… Es ist immer nur ein Portal um den sich alles dreht (Nebenprojekte gibts auch, sind aber eher selten der Fall). Und es ist alles langsamer, als man es sich wünscht! Abstimmungsaufwand kostet eben Zeit (natürlich je nach Größe und Einstellung des Unternehmens). Es gibt aber positive Seiten: man kann sehr schnell sein Können unter Beweis stellen, man kann schnell das Vertrauen der Vorgesetzten gewinnen und sich durch das Know-how von anderen hervorheben. Wichtig ist, permanent neue Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen. Kreativität und Durchsetzungsvermögen sind für Inhouse-SEOs ein Muss! Aber nicht vergessen: Ein bisschen Spaß muss immer dabei sein 😉


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